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Burgund

Burgund (französisch Bourgogne) ist eine Region im Zentrum Frankreichs. Es hat eine Fläche von 31.741 km2 und ca. 1,61 Mio. Einwohner. Regionalhauptstadt ist Dijon. Das Territorium der Region entspricht etwa dem des früheren Herzogtums Burgund.

Geographie

Im Osten grenzt Burgund an die Region Franche-Comté, im Norden an Champagne-Ardenne und Île-de-France. Westlich liegt die Region Centre, während im Süden die Regionen Auvergne und Rhône-Alpes angrenzen.

 

          

Geschichte

Frühgeschichte

Die heutige Region Burgund war schon im Neolithikum von Menschen besiedelt. Funde am Felsen von Solutré weisen schon für die Zeit um 15.000 v. Chr. eine dichte Besiedelung nach.

Vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zur Ankunft der Römer ist die keltische Kultur der Gallier vorherrschend, vor allen Dingen vertreten durch die Haeduer und die Mandubier, die auch in Caesars "de bello gallico" Erwähnung finden. Bedeutende Ansiedlungen der Stämme waren Bibracte in der Nähe des heutigen Autun und Alesia nahe Dijon.

 

          

Römische Zeit

Um 59 v. Chr. besiegten die Römer unter Julius Caesar die Helvetier und andere gallische Stämme bei Bibracte (dem heutigen Mont Beuvrai zwischen Autun und Le Creusot). Im Jahr 52 v. Chr. schlugen die Römer, wiederum unter Caesar, bei Alesia (dem heutigen Alise-Sainte-Reine) den gallischen Aufstand unter Vercingetorix nieder. Es folgte die Eingliederung Galliens in das Römische Reich und die langsame sprachliche und kulturelle Romanisierung seiner Einwohner.

Um 43 v. Chr. wurde Augustodunum (Autun) gegründet.

Um 280 begann der Weinbau in der Region.

 

Das Reich der Burgunden

Im 4. Jahrhundert wanderten von der Völkerwanderung in Bewegung gesetzte Stämme des germanischen Volkes der Burgunden über den Rhein und ließen sich nieder im Bereich des jetzigen Burgund und der Franche Comté (Freigrafschaft Burgund). Da sie jedoch der ansässigen romanischen Bevölkerung zahlenmäßig stark unter- und kulturell nicht überlegen waren, konnten sie zwar eine um ihren König vereinte Herrenschicht bilden, gaben aber ihre germanische Sprache und Kultur bald weitgehend auf.

Im Laufe des 5. Jahrhunderts gingen die noch bestehenden Reste der römischen Verwaltung in der des Königreichs der Burgunden auf, und um 507 ist erstmals der Name Burgundia als Bezeichnung des neuen Reiches belegt.

 

Das fränkische Teilreich Burgund

Im Jahr 534 unterwarfen die ebenfalls germanischen Franken die Burgunden. Im 6. und 7. Jahrhundert entstand bei Erbteilungen zweimal ein fränkisches Teilreich Burgund, welches aber beide Male wieder mit dem Gesamtreich vereint wurde.

Als 843 das Fränkische Reich erneut aufgeteilt wurde, fand die territoriale Einheit der alten Burgundia ein Ende: Die östlich der Saône liegenden Gebiete fielen als Freigrafschaft Burgund dem Reich Lothars zu, die westlich liegenden (die etwa der heutigen Region Bourgogne entsprechen) kamen als Herzogtum Burgund zum westfränkischen Reich.

 

       

Neuzeit

  • 1789 Französische Revolution
  • 1790 Aufteilung Frankreichs in Départements; damit wird das Herzogtum Burgund als politische Einheit aufgelöst und durch die heutigen vier Départements ersetzt
  • 1794 Eröffnung des Canal du Centre zwischen Saône und Loire
  • 1956 Bildung der Programmregion Burgund (Bourgogne), die die vier Départements umfasst
  • 1986 erste Direktwahl des Regionalrates der Region Burgund

                             

 

Wirtschaft und Infrastruktur

Burgund ist eine vorwiegend landwirtschaftlich geprägte Region, die vor allem für ihre Rotweine aus den Lagen an der Côte de Nuits und der Côte de Beaune sowie für die Weißweine von der Côte-d'Or und aus dem Chablis weltbekannt ist. Vertieft wird dieses Thema im Artikel Burgund (Weinanbaugebiet). Daneben wird in Burgund auch extensive Viehzucht betrieben, vor allem die Zucht der regionstypischen Charolais-Rinder.

In Südburgund an der Grenze zur Auvergne, trifft man auch noch einige alte Ölmühlen für Nuss- und Pflanzenöle an, darunter die älteste, historische Ölmühle Jean Leblanc, die sich heute noch in Betrieb befindet.

 

   
                         

Die Industrie Burgunds ist trotz seiner günstigen Lage nur gering ausgeprägt und konzentriert sich vor allem im Gebiet um Dijon. Die im 19. Jhd. blühende Metallindustrie um le Creusot ist bedeutungslos geworden. Heute finden sich viele mittlere Betriebe der Kunststoffverarbeitung im Gebiet um Dijon aufgrund der Nähe zu einem großen Chemiewerk in Tavaux, welches selbst aber zur Region Franche-Comté gehört. In Chalon-sur-Saone findet sich Elektroindustrie und erstaunlicherweise ein beachtlicher Schiffbau, u.a. sogar U-Bootbau. Die Schiffe finden über die Saone und die Rhone den Weg zum Meer.

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht die Region einen Index von 96.8 (EU-25:100) (2003).

Die Hauptverkehrsrouten für den überregionalen Straßenverkehr sind die Autobahnen Paris-Burgund-Provence, Metz-Nancy-Burgund-Lyon und Mülhausen-Burgund-Lyon, die wichtigste überregionale Bahnstrecke ist Paris-Dijon-Lyon. Es gibt über 1000 km schiffbare Wasserwege.

 

Tourismus

Kulturdenkmale

In Burgund gibt es eine große Zahl von Klöstern und ehemaligen Klöstern, die eine Besichtigung lohnen.

  • Ancien Abbaye Les Ursulines, Autun, Département Saône-et-Loire
  • Kloster Cîteaux, nahe Dijon, Département Côte-d'Or
  • Cluny (Abtei), Cluny, Département Saône-et-Loire

                            

 

                                                              

 

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